Eine alternative Realität – Von VR und AR

Ein herzliches „Hallo“ an alle Erfinder und Technik-Junkies!

Habt ihr schon mal eine AR-Brille benutzt? Oder vielleicht sogar eine VR-Brille? Ich leider nicht. Faszinierend finde ich diese Erfindungen allerdings schon. Gerne würde ich mal eine virtuelle Bibliotheksführung via VR machen und könnte so manche Bibliothek besichtigen, die ich sonst im Leben nicht sehen könnte. Und die Möglichkeiten, die man mit Virtual Reality und Augmented Reality hat… Könnte die Bibliothek nicht auch ihren Nutzen daraus ziehen?

Mit AR könnte so einiges erleichtert werden. Nutzer könnten mit einer AR-Brille und einem „Modul“ in der Suche ihre Signatur einfacher im Regal finden, dadurch, dass sie sie von der Brille angezeigt bekommen. Weiterhin könnten die Top-Empfehlungen in die Suche oder die Referenzen im gerade gelesenen Buch auch angezeigt werden. Es könnten Anmerkungen zur Zitation parallel ebenso angezeigt werden wie das Buch selbst während man an seiner Bachelorarbeit schreibt. Neuen Bibliotheksmitarbeitern könnte man die Einarbeitung vereinfachen, indem die Standorte der Bücher im Archiv oder Lesesaal auf der Brille angezeigt werden bis sie es sich eingeprägt haben. Falls ein Nutzer ein Buch ausleihen/ zurückgeben möchte oder Mahngebühren bezahlen muss, könnten parallel die Nutzerdaten auf der Brille angezeigt werden… Alleine hier gibt es schon so viele Möglichkeiten, die mehr oder weniger sinnvoll und machbar sind.

Aber was ist mit VR? Neben der Möglichkeit von virtuellen Bibliotheksführungen gibt es doch sicherlich auch noch andere Verwendungszwecke. Hm… In welche Richtung geht denn die moderne Mediennutzung des durchschnittlichen Bürgers? Ist es nicht so, dass insbesondere die junge Generation immer mehr online recherchiert, Medien am besten sofort zugreifbar haben möchte und am besten digital? In der Studie der Stiftung Lesen und des Deutschen Bibliotheksverbandes aus dem Jahr 2012 zu den Ursachen und Gründen der Nichtnutzung der Bibliotheken in Deutschland ist ein Grund der schnellere Zugang zu Ressourcen via Internet. Außerdem scheinen Bibliotheken an sich relativ unattraktiv zu sein und haben den Nachteil nicht 24/ 7 geöffnet haben. Eine weitere Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt, dass eine öffentliche Bibliothek unbedingt Möglichkeiten anbieten sollte, Angebote auch von zu Hause aus nutzen zu können. Lange Öffnungszeiten werden auch hier als wichtig angesehen. Selbst in anderen Lebenssektoren steht der Stern auf digitaler Mediennutzung, so wie die DACH-Studie 2016 zeigt. Der Computer/ Laptop ist die beliebteste Informationsplattform. Allerdings stehen Wearables noch nicht all zu hoch im Kurs. Dennoch geschieht immer mehr online wie Banking, Kommunikation und Recherche. Kann VR nicht dazu beitragen neue Wege zu finden Ressourcen nutzbar zu machen? Ich denke da an eine virtuelle Lernumgebung oder gar Bibliothek direkt daheim, in dem man auf unterschiedliche Fachbereiche klicken kann und dann direkt in der Bibliothek zu diesem Regal virtuell gebracht wird. Dann kann man direkt virtuell das „Buch“ aus dem Regal holen und darin blättern. Klar ist es nicht dasselbe. Aber wenn ich mir hier diese Bemerkung erlauben darf: Die Vorstellung ist schon cool, oder?

Anscheinend bin ich da nicht die Einzige, die sich dazu Gedanken macht. Sucht man nach Anwendungsmöglichkeiten von Augmented Reality in Bibliotheken kriegt man einige Ergebnisse. So gibt es in der North Carolina State University bereits eine Anwendung namens „WolfWalk“, die den Nutzern ihre digitalen Bestände mittels mobiler Technologie zugänglich macht. Selbst zur Idee zur Regalordnung gibt es schon eine App in Entwicklung – die „ShelvAR“. In Berlin haben sie sogar schon ein augmentiertes Buch. Über Anwendungsmöglichkeiten von VR wurden sich auch schon Gedanken gemacht. Es gibt dort sogar schon Anwendungen wie die Altspace VR oder die JanusVR, die als virtuelle Internet-Browser dienen. Davon könnten sich Bibliothekare eine Scheibe abschneiden. Selbst im Bereich Live-Trainings gibt es schon Anwendungen wie von der Firma Cerevrum, die dafür Gehirntrainings entwickelt hat.

Das sollen alle Anregungen von mir gewesen sein. Vielleicht ergibt sich daraus ja ein interessantes Sessionthema? Wir würden uns jedenfalls auf ein solch ein interessantes und innovatives Thema freuen! Immer her mit euren Ideen und Anregungen – schreibt sie doch am besten gleich in unsere Tabelle für Sessionideen!

Hier die Inspiration zu diesem Themenpost:
BVS Staff (2017): 50 most beautiful libraries in the world
Deutscher Bibliotheksverband (2012): Studie: Ursachen und Gründe zur Nichtnutzung von Bibliotheken in Deutschland –> Enthält u. A. die im Text erwähnte Studie
Institut für Demoskopie Allensbach (2016): Die Zukunft der Bibliotheken in Deutschland. Eine Repräsentativbefragung der Bevölkerung ab 16 Jahren
Marktforschung Ressort im BVDW (2016): DACH-Studie 2016. Digitale Mediennutzung in der DACH-Region 2016
Wolf, Sabine (2017): Augmented Reality – Neue Möglichkeiten für Bibliotheken, Services für Kunden einfach darzustellen –> Informationen zu den genannten Beispielen im AR-Bereich
Avatter(2011): Augmented Reality: Vier Anwendungsbeispiele für Bibliotheken. In: ZBW Mediatalk
Fingerle, Birgit (2016): Virtual Reality vor dem Durchbruch: Welche Anwendungspotentiale gibt es?. In: ZBW Mediatalk –> Informationen zu den genannten Beispielen im VR-Bereich

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